Russlands erster Hypermarkt mit transkritischer CO₂-Technologie

Freitag, 3. März 2017

2016 hat der russische Einzelhändler Magnit in Woskressensk in der Oblast Moskau einen neuen Hypermarkt eröffnet. Dieser ist einer von mehreren Märkten, die im letzten Jahr ihre Türen geöffnet haben.

Der Hypermarkt in Woskressensk ist jedoch etwas Besonderes und hebt sich deutlich von den anderen Märkten ab: Er ist der erste Hypermarkt in Russland, der eine transkritische Booster-Kälteanlage mit Kohlendioxid (CO₂) nutzt, einem umweltfreundlichen und natürlichen Kältemittel.

CO₂ – die eindeutige Wahl

Dass die optimale technische Lösung für eine schnell wachsende Einzelhandelskette gefunden wurde, ist das Ergebnis harter und sorgfältiger Arbeit.

„In unserem Unternehmen stellen Qualität, Betriebssicherheit, ein minimaler Energieverbrauch und die Konformität mit den aktuellen Umweltvorschriften die zentralen Faktoren bei der Auswahl von technischen Lösungen für eine neue Filiale dar. Die Entscheidung zugunsten einer transkritischen Booster-Kälteanlage mit CO₂ wurde aufgrund des niedrigen Energieverbrauchs, der Kompaktheit, der reduzierten Kältemittelfüllung und der ökologischen Leistung getroffen. Wir erwarten durch die Verwendung der transkritischen CO₂-Kälteanlage jährliche Energieeinsparungen von bis zu 20 %“, erklärt Andrey Budkov, verantwortlicher Projektleiter bei der Einführung der Anlage mit CO₂ in der Filiale von Magnit.

Magnit hat zusammen mit Danfoss viele Jahre lang an der Entwicklung und Umsetzung von energiesparenden technischen Lösungen gearbeitet. „Ich möchte darauf hinweisen, dass Magnit eine der wenigen russischen Einzelhandelsketten ist, die Innovationen und der Energieeffizienz große Beachtung schenkt. Denn wir haben verstanden, dass die Optimierung von Betriebskosten ein wichtiger Teil des Geschäftserfolgs ist. Das aktuelle Beispiel der Implementierung von CO₂ ist zudem ein Beleg dafür, dass das Unternehmen seine Trendführerschaft in der Branche weiterhin aufrechterhalten wird“, sagt Maxim Vyssotsky, Leiter der Abteilung Lebensmitteleinzelhandel bei Danfoss Russland.

CO₂ ist ein sicheres, natürliches und günstiges Kältemittel, das eine hohe Leistung, einen niedrigen Energieverbrauch und ein deutliches Wärmerückgewinnungspotenzial bietet. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften benötigt ein mit CO₂ ausgestattetes System im Vergleich zu einem ähnlichen HFKW-System (z. B. R404A) wesentlich kleinere Rohre. Darüber hinaus weist CO₂ ein niedriges Treibhauspotenzial (= 1) auf und hat keine Auswirkungen auf den Abbau der Ozonschicht (Ozonabbaupotenzial = 0). Dadurch können Anlagen, die dieses Kältemittel nutzen, die aktuellen Umweltvorschriften erfüllen.

„Erfahrungen im internationalen Lebensmitteleinzelhandelsmarkt haben gezeigt, dass CO₂ in vielen Ländern, einschließlich Südafrika, Japan, Kanada, den Vereinigten Staaten und vielen europäischen Ländern, einen höheren Stellenwert erlangt hat. Und mit der Verschärfung der FKW-Kältemittel-Regulierung
wird die Rolle von natürlichen Alternativen (wie CO₂) auf der ganzen Welt immer bedeutender. Erwähnenswert ist ferner, dass die Kosten für CO₂ um das Zehnfache niedriger sind als die für R404A. Zudem wird CO₂ in unserem Land im Überfluss erzeugt“, sagt Alexander Seravin, CO₂-Technologieexperte bei Danfoss Russland.

Setzen auf die Zukunft

Die transkritische CO₂-Booster-Kälteanlage, die in der Filiale in Woskressensk installiert wurde, wurde vor Ort in Russland von Nord-SM gefertigt. Um ein solch ehrgeiziges Vorhaben umzusetzen, hat Nord-SM in Zusammenarbeit mit Danfoss und UNIDO wichtige Vorbereitungen getroffen. Nord-SM hat am eigenen Schulungszentrum einen CO₂-Betriebsstand aufgebaut und die Produktionslinien modernisiert, um die CO₂-Anlage zu fertigen. Dies hat dabei geholfen, die Anlagenbauweise zu verbessern, die erforderliche Produktionskapazität zu erzielen und die Montagetechnik für die CO₂-Anlagen zu entwickeln. Nord-SM hat für diese Anlagen auch Installations- und Wartungsschulungen angeboten, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter für den Umgang mit den Anlagen optimal vorbereitet sind.

„Vor einigen Jahren hat unser Unternehmen beschlossen, auf CO₂ zu setzen, da wir verstanden haben, dass die Zukunft des Lebensmitteleinzelhandels stark von diesem Kältemittel abhängt. Seitdem haben wir erhebliche Anstrengungen in Bezug auf das Erforschen, Entwickeln und Fertigen von Anlagen für CO₂ unternommen. Unter den zahlreichen Vorteilen von CO₂ möchte ich besonders hervorheben, dass der Kunde aufgrund seiner niedrigen Kosten die mit der Füllung des Systems verbundenen Betriebskosten deutlich reduziert“, sagt Igor
Paltschik, Technischer Direktor von Nord-SM. Die Kühlmöbel der Filiale wurden in Weißrussland von FREOR gefertigt.

„Wir haben das Projekt von Anfang an unterstützt. In europäischen Ländern wächst der Bedarf für CO₂-geeignete Geräte jeden Tag. Jetzt bieten wir eine große Auswahl an gewerblichen Geräten
für CO₂ an, die von unserem Werk in der Republik Weißrussland hergestellt werden. Der Preisunterschied zwischen den Geräten für den Lebensmitteleinzelhandel für CO₂ und FKW ist unerheblich. Daher können innovative Technologien in Konkurrenz mit den herkömmlichen treten“, erläutert Ljudmila Danuk, stellvertretende Direktorin bei FREROR. 

Transkritische Boosterverbundanlage

Die Boosterverbundanlage wurde von Nord-SM hergestellt Die Kühlmöbel für Gewerbeanwendungen wurden von FREOR gefertigt

  • 22 Normalkühlmöbel
  • 12 Tiefkühlmöbel
  • 2 Normalkühlräume
  • 3 Tiefkühlräume
  • 3 Kühlbereiche

Die Verdichtereinheiten umfassen:

Verdichter: Frascold 1xS30-18TK, 3xS25-14TK + 1xA2-4SK3, 2xA1,5-3SK3
Gaskühler: XAV9X 9912 von LU-VE, 2 EC-Lüfter
Leistungs- und Ejektor-Regler: AK-PC 781 von Danfoss
Ejektor: Multi-Ejector von Danfoss
Expansionsventilregler: AK-CC 550A von Danfoss
Expansionsventile: AKVH von Danfoss
Elektronische Hochdruck-Expansionsventile: ICMTS und CCMT von Danfoss

Rohrleitungskomponenten und automatische Regler: Danfoss GBC H-NRVH, DMT KP6W, CCB, MBC
Gaswarngeräte: DGS von Danfoss
Systemmanager: AK-SM 850 von Danfoss
Danfoss war beteiligt an der Anlagenkonstruktion, der Verbundprüfung und der Inbetriebnahme.

CO₂ – besser mit der Ejektor-Technologie von Danfoss

Durch die Verwendung des Multi-Ejectors von Danfoss können die transkritischen CO₂-Anlagen eine maximale Energieeffizienz erreichen. Darüber hinaus ermöglicht der Multi-Ejector die Installation von kompakteren Verdichterverbunden, wodurch die Investitionskosten reduziert werden. Trotz der Einfachheit und der steigenden Beliebtheit der Technologie wurde der Multi-Ejector vorher noch nie in transkritischen Kälteanlagen für Gewerbeanwendungen eingesetzt. Dennoch ist es Danfoss im Zuge einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Organisation SINTEF gelungen, einen einzigartigen Multi-Ejector zu entwickeln, der die speziellen transkritischen Kälteanlagen komplettiert.

Magnit ist eines der ersten Unternehmen, das die neue Ejektor-Technologie in seiner transkritischen Kälteanlage nutzt. Die Entscheidung dafür wurde auf Grundlage der Ergebnisse zahlreicher Ejector-Prüfungen und der bestätigten Effizienzsteigerungen getroffen. In der gemäßigten Klimazone von Russland beträgt das Energiesparpotenzial von transkritischen Anlagen mit Ejector im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen mit FKW-Kältemitteln (z. B. R404A) 20 bis 25 %.

„Wir können beobachten, dass in Russland das Interesse an natürlichen Kältemitteln, vor allem an CO₂, zunimmt. Weitere neue Hypermärkte mit transkritischen Anlagen sollen nächstes Jahr eröffnet werden. Wir sind davon überzeugt, dass ihre Anzahl jedes Jahr weiter steigen wird. Danfoss ist sich seiner Rolle und Verantwortung in Bezug auf das Schulen von qualifiziertem Personal bewusst. Hierzu bieten wir spezielle CO₂-Schulungen in unseren eigenen und in Schulungszentren unserer Partner an“, sagt Alexander Seravin, CO₂-Technologieexperte bei Danfoss Russland

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