Entkopplung von Wasserwirtschaft und wachsendem Energieverbrauch

Montag, 4. Juni 2018

Laut Bericht „World Energy Outlook 2016“ der Internationalen Energieagentur verbraucht die Wasserwirtschaft 4 % des gesamten Stroms weltweit – das entspricht dem gesamten Stromverbrauch Russlands. Es wird erwartet, dass sich dieser Wert bis 2040 verdoppeln wird. Auf lokaler Ebene bedeutet dies, dass die Wasserver- und -entsorgung heute bereits 30–50 % der gesamten Energiekosten einer Gemeinde ausmacht.

Gleichzeitig zeigen Studien, dass 90 % aller weltweiten Stromerzeuger als wasserintensiv einzustufen sind und dass der globale Energieverbrauch bis 2035 voraussichtlich um 50 % steigen wird. Dies ist vor allem auf die zunehmende Urbanisierung, den Anstieg der Weltbevölkerung und die wachsende Nachfrage einer größeren Mittelschicht zurückzuführen, die den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie noch stärker unter Druck setzt. Insgesamt wird dies zu einem weltweiten Anstieg des Wasserverbrauchs
um 40 % führen. Es versteht sich von selbst, dass die Suche nach Wegen zur Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs weltweit ein zentrales Ziel für Politiker und Wasserwirtschaft sein muss.

Wasser wird weltweit von vielen Ländern im Allgemeinen und Wasserwerken im Besonderen verschwendet

Trotz dieser Tatsachen ist die Quote für Wasser, für das keine Einnahmen erzielt wird (Non Revenue Water) weltweit stark unterschiedlich und liegt zwischen 6 % und 80 %. Und die durchschnittliche Wasserverschwendung durch Wasserwerke liegt bei 25–30 % und ist hauptsächlich auf Fehler, Leckagen und Wasserdruck zurückzuführen. Das bedeutet, dass es noch viel Luft nach oben für Verbesserungen im gesamten Wasserkreislauf gibt – und die gute Nachricht ist, dass die Technologien in allen Phasen der Wasserversorgung den Energieverbrauch und die Leckagen reduzieren können.
bereits heute zur Verfügung stehen. Und Tatsache ist, dass wenn weltweit die Quote für Wasser, für das keine Einnahmen erzielt wird, so wie in Dänemark oder Japan auf 6 % gesenkt werden würde, wir alle weltweit bis zu 130 TWh einsparen könnten. Diese Zahl entspricht dem gesamten Strombedarf Polens. 

Druckmanagement ist der Schlüssel für die Reduzierung von Wasser- und Energieverlusten

Wasserversorger unterscheiden zwischen Haupt- und Wartungsbrüchen. Eine Hauptbruch liegt vor, wenn ein Rohr eine Leckage hat, aus der Wasser austritt. Diese Rohrbrüche sind leicht zu ermitteln und können innerhalb von Stunden behoben werden. Wartungsbrüche hingegen sind viel komplizierter. Damit ist Wasser gemeint, dass rund um die Uhr das ganze Jahr hindurch irgendwo aus dem System tropft. Um die Quote für Wasser, für das keine Einnahmen erzielt wird, zu senken,*) ist es äußerst wichtig,
alles daran zu setzen, die Zahl der Wartungsbrüche in den Systemen zu reduzieren. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, den Druck im System zu senken, indem das Netz in Druckzonen aufgeteilt wird. Es wird nämlich oftmals übersehen, dass eine beträchtliche Menge an Energie verwendet wird, um Wasser zu pumpen, zu fördern und zum Verteilen unter Druck zu setzen. Und häufig ist der Druck dabei in großen Teilen des Wasserverteilungsnetzes viel höher als nötig, nur um sicherstellen zu können, dass der entfernteste Kunde einen minimalen Druck hat. Als Folge daraus geht noch mehr Wasser durch Leckagen im System verloren. Und es kommt zu immer mehr Leckagen. Ein besseres und intelligenteres Druckmanagement ist daher ein Schlüsselfaktor, um den Energieverbrauch und den Wasserverlust
in allen Abschnitten des Wasserversorgungssystems – von der Produktion und Verteilung bis hin zur Förderung und Aufbereitung – zu senken. Die Schlüsselkomponenten hierfür sind Druckmessumformer und Frequenzumrichter in Pumpen und Boosterpumpensystemen im gesamten Verteilersystem.

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