Der Geschäftsbereich Editron von Danfoss Power Solutions liefert Antrieb für hybridelektrischen Bojenleger des französischen Marine-Ministeriums

Dienstag, 12. Juli 2022
  • Der Geschäftsbereich Editron von Danfoss wurde mit der Lieferung des elektrischen Antriebssystems für einen neuen Bojenleger des „Armement des Phares et Balises“ beauftragt

  • Der Geschäftsbereich Editron stattet das Schiff mit zwei Elektromotoren aus, sodass es phasenweise per emissionsfreiem Elektroantrieb fahren kann. Im Vergleich zu Schiffen mit konventionellem Dieselantrieb ist damit eine Treibstoffersparnis von 25 bis 30 % möglich.

  • Die Anschaffung des Schiffes gehört zu einer Reihe von staatlichen Maßnahmen zur Dekarbonisierung der französischen Schifffahrtindustrie.

KORSIKA, Frankreich – Der Geschäftsbereich Editron von Danfoss Power Solutions wird den Antrieb für ein neues hybridelektrisches Bojenlegerschiff des „Armement des Phares et Balises“ der französischen Regierung liefern. Der Dienst ist für die Signalgebung und Markierung der Schifffahrtsrouten entlang der französischen Küste zuständig. Das Schiff soll für die Wartung und den Austausch von Seebojen rund um die Insel Korsika eingesetzt werden.

2019 hat sich der französische interministerielle Ausschuss für das Meer zu einer Reihe von Maßnahmen verpflichtet, die der Dekarbonisierung der französischen Schifffahrtsindustrie dienen sollen. Eine dieser Maßnahmen ist die Dekarbonisierung des Schiffsantriebs und der bordseitigen Energieversorgung. Zu diesem Ziel soll auch die Anschaffung des elektrisch betriebenen Bojenlegers beitragen: so lässt sich damit im Vergleich zu Schiffen mit konventionellem Dieselantrieb eine Treibstoffersparnis von 25 bis 30 % erzielen.

Für Entwicklung und Einbau des Elektroniksystems in das 24 Meter lange Schiff zeichnet ECCS Marine verantwortlich, mit der Lieferung der zwei Elektromotoren für das Schiff wurde Danfoss Editron beauftragt. Die Motoren werden dabei von 150-kWh-Batterien angetrieben, sodass das Schiff phasenweise vollelektrisch fahren kann. Darüber hinaus kann die in den Akkupacks gespeicherte Energie genutzt werden, um bei höherem Strombedarf die Hotellast zu erhöhen. So kann die Leistung des Elektromotors bei Generatorbetrieb minimiert werden, was sich wiederum in Effizienzvorteile übersetzen lässt. Um den ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren, kommen auf dem Schiff auch Solarmodule zum Einsatz.

Zusätzlich zu den Editron-Motoren ist das Schiff mit zwei Volvo D16 IMO Tier 3-Motoren mit Partikelfiltern ausgestattet, die zwei Verstellpropeller antreiben. Für das Ausbringen der Bojen ist das Schiff neben einem 35-Tonnen-Kran und mehreren Winden außerdem mit einem dynamischen Positionierungssystem ausgestattet. So können die Besatzungen des Armament des Phares et Balises bei ihren Einsätzen mit einem Höchstmaß an Sicherheit und Präzision arbeiten.

Erno Tenhunen, Marine Director bei Danfoss Editron, dazu:

„Unser Editron-System eignet sich für alle Arten von Marineschiffen, da seine Vorteile – wie geringerer Kraftstoffverbrauch, reduzierte Emissionen, nahezu unbegrenzte Konstruktionsmöglichkeiten und einfache Integration – überall zum Tragen kommen können. Gerade für ein solches Arbeitsschiff ist es ideal, da wir den strengen Anspruch an geringe Größe und niedriges Gewicht mit der marktführenden Leistungsdichte unseres parallelen Hybrid-Antriebsystems problemlos erfüllen können.“

Peter Enjalbert, Projektingenieur bei ECCS, weiß:

„Der Bojenleger wird regelmäßig in Häfen ein- und auslaufen und in maritimen Schutzgebieten vor Korsika eingesetzt. Daher galt es, die Treibhausgasemissionen und die Lärmbelastung auf ein Minimum zu reduzieren, was das Antriebssystem von Danfoss Editron hervorragend leistet. Dieses Projekt hat gezeigt, dass eine gänzlich elektrifizierte Schifffahrt mittlerweile in greifbarer Nähe ist – umso mehr hoffen wir daher, dass dieses Elektroschiff für die Flotte nur das erste von vielen wird.“

Derzeit wird das Schiff von den Werften Merré und CIB in ihren beiden Hauptproduktionsstätten im französischen Nort-Sur-Erdre und Brest gebaut. Die Auslieferung soll schließlich Mitte 2023 erfolgen.

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