
Effiziente Gebäude: eine rettende Lösung
Es ist an der Zeit, einen schlafenden Riesen zu wecken! Der Bericht der Energieberatungsagentur Ecofys bestätigt und quantifiziert erstmals das enorme, bisher ungenutzte Potenzial für Energieeinsparungen, das EU-weit durch Nachrüstungen im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung erzielt werden kann.
Hinter Beton, Glas und Stahl verbirgt sich ein ungeheures Potenzial – die Zeit ist reif, es zu nutzen und massive Einsparungen, neue Arbeitsplätze und bessere Lebensräume zu schaffen.
Download der Berichtszusammenfassung

- 30 % des gesamten Energieverbrauchs in der EU sind auf das Heizen und Klimatisieren von Gebäuden zurückzuführen
- 70 % der Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts entstehen durch Heizen und Klimatisieren
- 36 % der EU-weiten Kohlendioxid-Emissionen werden von Gebäuden verursacht
- Pro Jahr müssen die EU-Bürger 240 Milliarden Euro für das Beheizen von Wohnraum und Wasser aufwenden
- Einer von zehn EU-Bürgern hat Mühe seinen Wohnraum zu beheizen
- 110 Millionen EU-Bürger leben in Gebäuden mit gefährlichen Schadstoffkonzentrationen, die auf eine ineffiziente Belüftung zurückzuführen sind

- 30 % Energie lassen sich im Durchschnitt durch das Optimieren technischer Gebäudeausrüstung einsparen.
- Zwei Jahre beträgt die durchschnittliche Amortisationszeit.
- 14 % des EU2030-Energieeffizienzziels könnten allein durch Optimierungen im Bereich Gebäudetechnik erreicht werden.
- 156 Millionen Tonnen CO2 könnten durch die Optimierung technischer Gebäudeausrüstung eingespart werden – dies entspricht etwa den Emissionen von 82 Millionen PKW.
- 67 Milliarden Euro könnten bis 2030 pro Jahr an Stromkosten eingespart werden.
- 300.000 neue Stellen könnten europaweit durch die Herstellung und Einrichtung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen geschaffen werden.
Das zentrale Nervensystem unserer Gebäude
Es gibt Technologien, die Gebäude und deren Systeme erwiesenermaßen effizienter machen – doch in den meisten Gebäuden fehlen sie noch. Die Optimierung der Gebäudetechnik steigert nicht nur die Effizienz eines Gebäudes, sondern schärft auch das Umweltbewusstsein seiner Bewohner – durch ein proaktives Management des Energieverbrauchs und die Gewährleistung eines gesunden, komfortablen und produktiven Wohnumfelds, das sich an individuelle Bedürfnisse anpassen lässt. Diese Technologien sind kostengünstig und lassen sich problemlos in bestehenden Gebäuden nachrüsten – die Energie- und Kostenersparnis kann dagegen beträchtlich sein.
Weniger Verschwendung und mehr Wohlbefinden – für Millionen von Europäern
Die verwendeten Lösungen variieren je nach Gebäudetyp, doch die Grundprinzipien von Abfallvermeidung, Kostenminimierung und Umweltverbesserungen für die Nutzer bleiben dieselben. Mehr dazu erfahren Sie in den Fallstudien auf unserer globalen Webseite:

Belüftung
50 %ige Energieeinsparung in den Universitätskliniken von Brighton und Sussex
Zum Fallbeispiel aus Brighton, Großbritannien
Effizienz neu denken: wann, wenn nicht jetzt?
Um bis zum Jahr 2050 den EU-weiten Umstieg auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu erreichen, müssen unsere Gebäude auf komplett CO2-freie Systeme umgestellt werden. Es besteht also ein unbestreitbarer Bedarf an Modernisierungslösungen für den vorhandenen Gebäudebestand. Damit dieses Ziel verwirklicht werden kann, müssen gebäudetechnische Systeme mit maximaler Effizienz arbeiten.

Hocheffiziente, vernetzte Gebäude: Wir bringen Europa auf die Überholspur
Die Umsetzung der neuen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive – EPBD) bietet die einmalige Chance, die technische Optimierung von Gebäuden voranzubringen und unsere Ziele auf möglichst kostengünstigstem Weg zu erreichen.
Die neue EU-Richtlinie stärkt die Aufmerksamkeit für die Kontrolle von Energieströmen durch ausgewogene Regulierungskonzepte, indem sie Wirkungsgrade im Voll- und Teillastbereich in Inspektionsanforderungen berücksichtigt und ermöglicht, dass Gebäude künftig intelligenter genutzt werden können. Die Zeit zum Handeln ist da: Eine Reihe von Schlüsselmaßnahmen ermöglicht jetzt einen effizienten Übergang.
Die wichtigsten Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung:
1. Umsetzung bestehender Anforderungen
Die bestehenden Vorschriften (wie diejenigen in Artikel 8 der aktuellen EPBD) müssen umgesetzt werden. Die Mitgliedstaaten benötigen Leitlinien für die Umsetzung der EPBD, unterstützt durch Beispiele für bewährte Verfahrensweisen für die verschiedenen Gebäudetypen. Die Einhaltung der EPBD wird durch neue verbindliche Anforderungen in Bezug auf Schlüsselfunktionalitäten (wie beispielsweise die individuelle Raumtemperaturregelung) erleichtert.
2. Smartness-Indikator
Im Rahmen der neuen EPBD werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Energieeffizienz technischer Gebäudeausrüstung zu beurteilen und zu dokumentieren, um das Bewusstsein für mögliche Effizienzsteigerungen zu schärfen und diesbezüglich die Nachfrage zu steigern. Um die Marktakzeptanz zu fördern, können die Mitgliedstaaten bereits bestehende Instrumente nutzen (wie den Gebäudesanierungspass oder den neuen Smartness-Indikator).
3. Konsistente Terminologie
Um Investoren und Nutzer nicht zu verunsichern, ist eine größere Konsistenz im Hinblick auf die von der Europäischen Kommission verwendete Terminologie erforderlich. Es wurden klarere Vorschriften für Schlüsselfunktionalitäten (beispielsweise für die individuelle Raumtemperaturregelung, für Teillast- und Volllastbedingungen und für die Gebäudeautomatisierung und -steuerung) eingeführt, um die Umsetzung der EPBD in den Mitgliedstaaten zu fördern.
4. Harmonisierung der Normen
- Vorschriften, Normen und Prüfungsverfahren müssen neben der Betrachtung einzelner Produkte auch die Systemleistung in den Fokus rücken und im Hinblick auf die Energieeffizienz-Anforderungen an gebäudetechnische Systeme und Schlüsselfunktionalitäten expliziter werden.
- Die Mitgliedstaaten müssen ihre Fortschritte dokumentieren und hierzu Daten zum Stand der technischen Gebäudeausrüstung in bestehenden Gebäuden sammeln.
5. Endlich Klarheit: fundierte Erkenntnisse rund um die Renovierung
- Die Mitgliedstaaten müssen nationale Renovierungspläne umsetzen, die eine stufenweise Tiefensanierung vorsehen und gezielte, kosteneffiziente Maßnahmen sowie evidenzbasierte Schätzungen bezüglich der erwarteten Energieeinsparungen ermöglichen. Auch übergeordnete Vorteile (beispielsweise im Hinblick auf die Gesundheit, die Sicherheit und die Luftqualität) müssen berücksichtigt werden.
- Um diese Ziele zu erreichen, muss die Europäische Kommission im Rahmen der EPBD ein klares, umfassendes Ranking aller verfügbaren Maßnahmen erstellen, das auf zwei Aspekten beruht – nämlich a) auf dem Zeitrahmen für das Erzielen von Kosten- und CO2-Einsparungen und b) auf dem Grad der Wirksamkeit der nachgelagerten Maßnahmen.
- Im Bereich der Niedrigstenergiegebäude (Zero Energy Buildings – nZEBs) sollte die Europäische Kommission darüber hinaus die Bedeutung von Überwachungssystemen für den Ausgleich der minimierten Energieverluste, der internen Energiegewinne und des verbleibenden Energiebedarfs hervorheben.
Weitere Einblicke


